Relaunch

Webseiten-Relaunch ohne Rankingverlust: die Checkliste

Die neue Webseite ist live, sieht großartig aus, alle freuen sich – und drei Wochen später bleibt das Telefon auffällig still. Was ist passiert? Sehr wahrscheinlich hat der Relaunch Rankings gekostet, die sich die alte Seite über Jahre aufgebaut hatte. Das Ärgerliche daran: Es wäre fast immer vermeidbar gewesen. Dieser Artikel erklärt laienverständlich, warum Relaunches schiefgehen – und wie du deinen sicher über die Bühne bringst.

Warum ein Relaunch Rankings kosten kann

Google hat deine alte Webseite über Jahre kennengelernt: jede Unterseite, jede Adresse, jeden Text. Auf dieser Basis hat sich dein Ranking aufgebaut. Ein Relaunch wirft typischerweise drei Dinge durcheinander: Seiten werden gelöscht, weil sie „nicht mehr ins Konzept passen". Adressen (URLs) ändern sich, ohne dass jemand Google den Umzug mitteilt. Und Inhalte werden radikal gekürzt, weil die neue Seite „aufgeräumter" sein soll. Für Google sieht das aus, als wäre dein bewährtes Geschäft abgerissen und durch ein unbekanntes neues ersetzt worden – entsprechend vorsichtig stuft es die neue Seite ein.

Schritt 1: Bestandsaufnahme – was rankt heute?

Bevor irgendetwas Neues gebaut wird, brauchst du eine Liste: Welche Seiten deiner aktuellen Webseite bringen Besucher? Die Google Search Console zeigt dir das schwarz auf weiß – kostenlos. Oft sind es nicht die Seiten, die man vermutet: Eine unscheinbare Ratgeberseite oder eine alte Leistungsseite kann dein heimlicher Besuchermagnet sein. Diese Seiten stehen unter Bestandsschutz – sie dürfen beim Relaunch auf keinen Fall stillschweigend verschwinden.

Schritt 2: Der URL-Plan

Jetzt wird Buchhaltung gemacht: eine simple Tabelle mit zwei Spalten. Links jede Adresse der alten Webseite, rechts die Adresse, unter der dieser Inhalt künftig zu finden ist. Die beste Variante ist übrigens oft die langweiligste: Adressen beibehalten, wo immer es geht. Jede URL, die sich nicht ändert, ist ein Risiko weniger. Für alle anderen gilt Schritt 3.

Schritt 3: 301-Weiterleitungen – der Nachsendeauftrag fürs Web

Eine 301-Weiterleitung funktioniert wie ein Nachsendeauftrag bei der Post: Wer die alte Adresse aufruft – ein Besucher mit einem alten Lesezeichen genauso wie Google –, wird automatisch zur neuen geschickt. Das Entscheidende: Die Weiterleitung übergibt auch das aufgebaute Vertrauen der alten Adresse an die neue. Jede alte URL braucht ihr passendes neues Ziel – die alte Leistungsseite zur neuen Leistungsseite, nicht pauschal zur Startseite.

Der wichtigste Praxistipp: Leite niemals alle alten Adressen gesammelt auf die Startseite weiter – das ist der häufigste und teuerste Relaunch-Fehler. Für Google ist das, als würde die Post jeden nachgesandten Brief einfach beim Pförtner abgeben. Jede alte Seite verdient ihr inhaltlich passendes neues Zuhause.

Schritt 4: Inhalte übernehmen statt einstampfen

Beim Relaunch siegt oft der Wunsch nach Eleganz: weniger Text, mehr Bilder, alles luftig. Verständlich – aber deine Texte sind die Substanz, mit der du rankst. Wenn aus einer ausführlichen Leistungsseite drei dekorative Sätze werden, fehlt Google schlicht der Inhalt, für den es dich bisher angezeigt hat. Die Lösung ist kein Entweder-oder: Gutes Design und ausführliche Inhalte schließen sich nicht aus. Kürze mit Bedacht, strukturiere neu, aber wirf nichts weg, was nachweislich Besucher bringt.

Ladezeit als Chance

Ein Relaunch ist nicht nur Risiko – er ist auch die beste Gelegenheit, technisch aufzuräumen. Alte Webseiten schleppen oft jahrelang angesammelten Ballast mit: riesige Bilder, veraltete Plugins, träges Hosting. Eine neue, schnelle Seite verbessert das Erlebnis für Besucher spürbar – gerade auf dem Handy, wo heute die meisten deiner Kunden unterwegs sind. Welche weiteren Schwächen du bei der Gelegenheit beheben solltest, zeigt unser Ratgeber zu den häufigen Fehlern auf Firmenwebseiten.

Nach dem Go-live: prüfen, prüfen, prüfen

Mit dem Livegang ist der Relaunch nicht beendet. In den Wochen danach gehört die Search Console auf den Schreibtisch: Tauchen Fehlerseiten (404) auf, fehlt eine Weiterleitung. Sacken einzelne Rankings ab, lohnt der Blick auf die betroffene Seite. Wichtig fürs Nervenkostüm: Kleinere Schwankungen in den ersten Wochen sind normal – Google sortiert sich neu. Kritisch wird es erst, wenn wichtige Seiten dauerhaft verschwinden.

Fazit: Ein Relaunch ist ein Umzug, kein Neuanfang

Wer umzieht, nimmt seine Möbel mit, stellt einen Nachsendeauftrag und sagt allen Bescheid. Genau so funktioniert ein sauberer Relaunch: Bestandsaufnahme, URL-Plan, Weiterleitungen, Inhalte mitnehmen, danach kontrollieren. Nichts davon ist Raketenwissenschaft – aber alles davon wird in der Praxis erstaunlich oft vergessen. Wenn du einen Relaunch planst und sichergehen willst, dass deine Sichtbarkeit den Umzug übersteht: Als Agentur für Webdesign in Schleswig-Holstein begleiten wir genau solche Projekte – mit Festpreis nach kostenlosem Erstgespräch und ohne Versprechen, die niemand halten kann.

Wissen ist gut. Umsetzen ist besser.

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